Warum Kontext das Rückgrat guter AI-Erlebnisse ist
Charlotte Zahnleiter
15.01.2026
Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn Technologie beeindruckt, uns aber nicht wirklich versteht. Das ist die Lücke zwischen Intelligenz und Relevanz.
Viele AI-Produkte sind technisch stark, aber menschlich schwach. Sie berechnen, analysieren und empfehlen, ohne zu verstehen, in welcher Situation wir uns gerade befinden. Es ist, als würde ein Finanzberater Tipps geben, ohne zu begreifen, was dem Kunden wirklich wichtig ist.
Die Blank-Canvas-Falle
Ein leeres Chatfeld ist nicht immer Startpunkt, sondern auch eine Hürde. Eine gute AI-Experience erkennt, wo der Nutzer gerade steht, und knüpft genau dort an. Orientierung schafft Vertrauen. Relevanz schafft Nutzung.
Kontext als Design-Prinzip
Kontext bedeutet zu verstehen, was jetzt gerade wichtig ist: die Aufgabe, das Ziel, der Rhythmus. Systeme, die vorhandene Signale nutzen, um den nächsten nützlichen Schritt vorherzusehen, lassen Unterstützung natürlich wirken, nicht mechanisch. Wenn das passiert, ist Technologie nicht mehr nur ein Werkzeug, sondern ein Partner.
Mein Framework für kontextbewusste AI-UX
1. Kontext zuerst
Menschen sollten nicht lernen müssen, wie man "richtig" mit AI spricht. Die AI sollte verstehen, in welchem Kontext sich der Mensch gerade befindet und was als nächstes wichtig ist.
2. Passendes Format
Mal Text, mal Visualisierung, mal eine kurze Erklärung. Das Format richtet sich nach der Situation, nicht umgekehrt.
3. Sichtbare Herleitung
Wenn AI etwas vorschlägt, sollte klar sein, warum. Das schafft Vertrauen und Verantwortlichkeit.
Warum das im Wealth Management besonders zählt
Ein Kunde steht vor der Frage, ob er einen Teil seiner Assets verkaufen soll. Eine generische KI zeigt allgemeine Markttrends. Eine kontextbewusste KI sieht das Gesamtbild: Der Kunde ist 42 Jahre alt, hat drei Kinder, plant in 18 Monaten einen Hauskauf und hält 60 % seines Portfolios in Tech-Aktien. Die Antwort wird relevant, verantwortungsvoll und menschlich.
Kurz gesagt: Vertrauen entsteht durch Klarheit. Entscheidungen brauchen Kontext. KI ohne Kontext mag beeindrucken, aber sie wird keinen echten Mehrwert bieten.
Meine Frage an euch:
Wie viel Kontext bräuchte eure AI eigentlich, um eine wirklich gute Empfehlung zu geben?


