Software für Investment Advisory: Was sich in führenden Privatbanken durchgesetzt hat

Lejla Selimovic
Welche Software nutzen führende Privatbanken für Investment Advisory? Die ehrliche Antwort ist: kein einzelnes Produkt, sondern einen bestimmten Typ von Plattform. Über die letzten Jahre hat sich in führenden Häusern ein klares Anforderungsprofil herausgebildet, das darüber entscheidet, welche Investment Advisory Software sich im Beratungsalltag durchsetzt und welche nach der Einführung an der Akzeptanz der Berater scheitert.
Dieser Beitrag beschreibt dieses Anforderungsprofil und zeigt, woran sich durchgesetzte Lösungen erkennen lassen.
Was hat sich in führenden Privatbanken durchgesetzt?
Durchgesetzt haben sich Plattformen, die den Beratungsprozess durchgängig abbilden statt ihn in Einzeltools zu zerlegen. Das klassische Muster der 2010er Jahre, ein Tool für die Profilierung, ein Excel für den Anlagevorschlag, ein Textbaustein-System für die Dokumentation, gilt in führenden Häusern als überwunden. Es erzeugte Medienbrüche, Doppelerfassung und Dokumentationsrisiken.
An seine Stelle getreten sind integrierte Advisory-Plattformen mit vier Eigenschaften: Sie führen den Berater durch einen strukturierten Beratungsworkflow, sie erzeugen die regulatorische Dokumentation parallel zum Gespräch, sie rechnen Anlagevorschläge auf Basis des Gesamtvermögens statt des Einzeldepots, und sie übergeben Orders ohne Systemwechsel in die Ausführung.
Warum ist Compliance im Workflow das entscheidende Merkmal?
Investment Advisory ist der am dichtesten regulierte Schritt im Wealth Management. MiFID II und das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verlangen Geeignetheitsprüfung, Kostentransparenz und eine Geeignetheitserklärung, die die Beratung nachvollziehbar macht. In der Praxis unterscheiden sich Plattformen darin, wo diese Pflichten erfüllt werden.
Lösungen, die sich durchgesetzt haben, erzeugen die Dokumentation im Beratungsworkflow selbst: Der Regulatory Check läuft, bevor ein ungeeignetes Produkt überhaupt vorgeschlagen werden kann, die Kostentransparenz entsteht mit dem Vorschlag, und die Geeignetheitserklärung wird aus den Gesprächsinhalten unterstützt statt nachträglich rekonstruiert. Der messbare Effekt systemseitiger Prüfungen: bis zu 80 Prozent weniger Verstöße gegen Anlagerestriktionen.
Welche Rolle spielt die Gesamtvermögenssicht in der Beratung?
Führende Privatbanken beraten auf Basis des Gesamtvermögens, nicht des hauseigenen Depots. Das setzt voraus, dass die Advisory Software Vermögenswerte über Depotbanken und Asset-Klassen hinweg konsolidiert. Erst auf dieser Grundlage lassen sich Klumpenrisiken erkennen, Allokationen ehrlich beurteilen und Anlagevorschläge rechnen, die das komplette Bild berücksichtigen.
Die Gesamtvermögenssicht hat einen zweiten Effekt: Sie macht Potenzial außerhalb des eigenen Hauses sichtbar und schafft Beratungsanlässe. In der Praxis erreichen Berater auf solchen Plattformen im Durchschnitt das Dreifache des betreuten Vermögens.
Woran erkennen Institute eine Advisory Software, die Berater tatsächlich nutzen?
Die Akzeptanz der Berater entscheidet über den Erfolg jeder Einführung, und sie folgt erkennbaren Mustern. Berater nutzen Software, die ihnen Arbeit abnimmt statt zusätzliche Pflege zu verlangen: automatische Dokumenterstellung statt Formularfelder, geführte Prozesse statt freier Masken, ein System statt fünf. Auf durchgängigen Plattformen sparen Berater bis zu 12 Wochen pro Jahr, Zeit, die vorher in Dokumentation und Systemwechseln verloren ging.
Zunehmend gehört auch AI-Unterstützung zum Anforderungsprofil, etwa für Gesprächsdokumentation und Reporterstellung. Entscheidend ist dabei, dass die Use Cases im Beraterworkflow verankert sind und der Berater die Kontrolle behält.
Fazit
Die Frage, welche Software führende Privatbanken für Investment Advisory nutzen, beantwortet sich über das Anforderungsprofil: durchgängiger Beratungsworkflow, Compliance im Prozess statt als Nacharbeit, Anlagevorschläge auf Basis des Gesamtvermögens und eine Bedienbarkeit, die Berater im Alltag annehmen. Investment Advisory Software, die diese vier Eigenschaften vereint, hat sich in führenden Häusern durchgesetzt. fincite • cios bildet genau dieses Profil ab: als modular aufgebaute Wealth Management Software, MiFID II-konform out-of-the-box, mit konsolidierter Vermögenssicht und einem Advisory-Workflow, mit dem heute über 9.000 Wealth Manager in Europa arbeiten.
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